Dienstag, 9. September 2014

Tag X

Nach längerer Funktstille, aufgrund von Festival und Rucksackreise in Thailand, melde ich mich gleich mit dem Bericht vom ersehnten Dreadfactory-Termin zurück. Doch zuerst, was hat sich bis zu diesem Tag vorbereitungstechnisch getan:
Ich versuchte meine Haare etwas zu "zerstören", damit das Dreaden leichter funktioniert. Daher habe ich mir den ganzen August die Haare mit einem Peeling-Duschgel gewaschen und die letzte Woche vor dem Termin mit Kernseife. Zudem beeinflusste die thailändische Sonne und das Meer meine Haare. Diese wurden trockener und verfilzten sich schon von allein.

Soweit zur Vorbereitung, jetzt zum gestrigen Termin:
Meine Dreadfactory-Dreaderin hatte ihren Standort bei ihr daheim in Wasserburg. Ich sollte um 9.00 Uhr dort sein, damit wir pünktlich starten konnten - das hieß früh aufstehen.
Ich fuhr alleine mit dem Auto rauf und war extremst nervös! Wie werde ich wohl aussehen? Funktioniert alles? Finde ich überhaupt hin?
Ich hatte genügend Zeit zur Anfahrt eingeplant, weshalb sich dann sogar noch ein Besuch beim hiesigen Bäcker ausging.
Um 9.00 Uhr saß ich dann im Wohnzimmer der Dreaderin, welche dann auch gleich munter loslegte. Das einzige, was sie mich bezüglich der Dreads, wie ich sie haben will, fragte, war, ob ich einen Scheitel haben möchte. Ich entschied mich für einen Seitenscheitel, damit die Dreads besser liegen, wenn sie offen sind.
Dann begann sie mit meiner vorderen linken Kopfseite mit dem Dreaden meiner Haare und arbeitete sich rundherum. Sie häckelte auch gleich die Extensions rein, die ich natürlich mitgebracht hatte. Als Einteilungsform benutzte sie die "Rautenform". Die Ansätze sehen aus wie Rauten, daher der Name. Es gäbe noch andere Ansatzformen, wie das "Fußballmuster" oder Quadrate. Allerdings hat sich das Rautenmuster bewährt, da die Dreads besser liegen und quasi ineinandergreifen.
Wie die Dreaderin das Eindreaden der Extensions genau macht, ist Betriebsgeheimnis, weshalb ich dazu auch nichts berichten kann. Das Ergebnis ist, dass die eigenen Dreads und die Extensions einen fließenden Übergang bilden. Bei ein paar Dreads sieht man ihn noch etwas, aber das wird mit er Zeit noch besser.
Sie arbeitete etwa 6 Stunden mit einer halben Stunde Pause, bis ich ein fertiger Dreadhead geworden war. Es war teilweise schmerzhaft an der Kopfhaut, allerdings war mir das gleichgültig mit der Aussicht auf meine Dreads - Schönheit muss bekanntlich leiden. ;-)
Insgesamt sind es 57 Dreadlocks geworden. Ich hatte teilweise schon Angst, dass ich zu wenig Extensions gemacht hatte, aber es blieben schlussendlich doch 7 übrig.
Zu guter Letzt, gab es noch einen kleinen Dread-Häkel-Crashkurs und ich suchte mir noch ein paar Dreadperlen aus.
Gegen 16.00 Uhr fuhr ich erschöpft, aber glücklich von Wasserburg wieder Nachhause.

Dieser Tag war sehr aufregend für mich und wird mir wahrscheinlich auch noch länger in Erinnerung bleiben! Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung die Dreadlocks professionell machen zu lassen und es war das Geld wert. Hierbei kann ich die Dreadfactory mit bestem Gewissen weiterempfehlen. Ich bin sehr glücklich mit dem Ergebnis!

Daheim stellte ich erst mal fest, dass meine Kopfhaut ziemlich spannt, durch die straff-gehäkelten Ansätze. Desweiteren muss ich noch etwas üben bezüglich der Frisuren.
Die erste Nacht zu schlafen war kein Problem. Nur auf dem Rücken liegen, ist etwas unangenehm. Auch das Laufen ist etwas ungewohnt.

Hier die ersten Fotos:



Nun heißt es häkeln, häkeln, häkeln, sodass die Dreads wirklich filzen. Jetzt sind sie noch ziemlich kratzig und innen weich. Zudem müssen die Spitzen verfilzen, sodass sie nicht mehr so leicht aufgehen. Der Filz entwickelt sich erst mit der Zeit, sodass die Dreads innen Fest und elastisch werden und außen weich.
Ich werde die erste Zeit meinen Kopf nicht waschen. Die Dreaderin meinte, es reicht einmal in der Woche völlig aus. Sie empfahl mir sie mit Meersalz-Shampoo zu waschen und ein paar mal eine Kieselerde-Kur zu machen.
Über die weitere Entwicklung werde ich natürlich berichten, sowie über die ganzen Dread-Schückaktivitäten und Reaktionen der anderen. ;-)